
Merz jetzt Revolvermann – Erdoğan verteilt Schusswaffen an Gipfelgäste

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan überreichte den 31 eingeladenen Staats- und Regierungschefs beim NATO-Gipfel in Ankara ein Erinnerungsgeschenk der eher ungewöhnlichen Art. Bundeskanzler Friedrich Merz und die übrigen Teilnehmer erhielten einen in der Türkei hergestellten Revolver vom Typ Sarsılmaz SR 38 mit eingraviertem Namen sowie eine Schachtel scharfer Munition.
Die aufwendig gefertigte Schusswaffe wurde laut Medienberichten zusammen mit einem Koffer, Munition und einem Reinigungsset überreicht. Nach Informationen von Politico erhielten auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, das Geschenk.
Ankara'daki NATO Zirvesi'nde Cumhurbaşkanı Erdoğan, liderlere isimlerinin yazılı olduğu kişiye özel tabanca ve mermi hediye etti.
— Odatv (@odatv) July 9, 2026
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Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte laut Agenturmeldung, dass das Präsent zunächst von Mitarbeitern des Bundeskanzlers an die Deutsche Botschaft übergeben worden sei, damit der Revolver dort "ordnungsgemäß eingeführt und dann in der Sammlung offizieller Geschenke inventarisiert werden kann", teilte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Erdoğan legte jedem Revolver demnach ein Schreiben bei, mit dem die Ausfuhrbeschränkungen für die Waffen aus der Türkei aufgehoben wurden. Der britische Premierminister Keir Starmer ließ sein Gastgeschenk nach eigenen Angaben in der Türkei zurück. Im Gespräch mit Reportern bestätigte er, dass jeder Staats- und Regierungschef einen gravierten Revolver sowie Munition erhalten habe. "Es war eine überraschende Geschenkwahl", sagte Starmer. Aufgrund der strengen britischen Waffengesetze sei es "unmöglich, die Waffe nach Hause mitzunehmen".
Das türkische Präsidialamt wollte sich auf Anfrage der dpa nicht näher zu den verschenkten Waffen äußern.
Der NATO-Gipfel fand am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara statt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete das Treffen als "Wendepunkt in der Geschichte des Bündnisses". "Die Trittbrettfahrerei der Europäer ist vorbei", sagte Merz am Mittwoch nach dem Gipfel mit Verweis auf die höheren Verteidigungsausgaben der europäischen NATO-Staaten.
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