
Vor den drei Landtagswahlen – Koalitionsparteien verlieren konstant an Wählerzuspruch

Die aktuelle medienpolitische Frage lautet nicht, ob die derzeit populärste Oppositionspartei, die Alternative für Deutschland (AfD), bei den kommenden Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich abschneiden wird, sondern, wie hoch der Abstand des potenziellen Gewinners AfD zu den Koalitionsparteien ausfallen wird. In der Hauptstadt kann sich die AfD in der Wählergunst allerdings nicht ähnlich etablieren. Eine RND-Statistik belegt, dass sowohl die CDU als auch die SPD den Zuspruch der Wähler kontinuierlich verlieren.

Kurze Zeit nach Beginn der parlamentarischen Sommerpause in der Hauptstadt und den Andeutungen des Kanzlers im ZDF-Interview, dass er nach der desaströsen Causa Spahn "offen für eine Kabinettsumbildung" sei, präsentierte das SPD-nahe RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) auf Basis der jüngsten Ergebnisse der "Sonntagsfrage zu den Parteien" nüchterne Fakten zum Thema "wie die Bürgerinnen und Bürger wählen würden".
Die Auswertung beinhaltete zudem die Veränderung der Anteile der Parteien "in der aktuellen Umfrage gegenüber der vergangenen Wahl in Prozentpunkten", dies jedoch nur auf die drei Bundesländer mit nahenden Wahlen und Vergleichszahlen aus dem Jahr 2021 bezogen.

Sachsen-Anhalt
Die letzte Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Jahr 2021 konnte die CDU mit 37,1 Prozent der Stimmen als stärkste Partei für sich entscheiden. Die AfD kam mit 20,8 Prozent auf Platz zwei. Der aktuelle CDU-Koalitionspartner in Berlin und vorherige Ampelpartei, die SPD, erreichte vor fünf Jahren bereits nur kümmerliche 8,4 Prozent, um nach der "Sonntagsfrage" aktuell auf desaströse 6 Prozent zu fallen. Bei den anderen Parteien schaut es wie folgt aus:
- AfD – 2021: 20,8 Prozent / 2026: 41 Prozent
- CDU – 37 Prozent/23 Prozent
- Die Linke – 11 Prozent/13 Prozent
- Bündnis 90/Die Grünen – 5,9 Prozent/4 Prozent
- BSW – nur für 2026: 5 Prozent
- FDP: 6,4 Prozent/4 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern
Hier siegte vor fünf Jahren noch die SPD mit 39,6 Prozent der Stimmen, um im Jahr 2026 auf 29 Prozent Zustimmung zu fallen. Bei den anderen Parteien schaut es wie folgt aus:
- AfD – 2021: 16,7 Prozent / 2026: 36 Prozent
- CDU – 13,3 Prozent/9 Prozent
- Die Linke – 9,9 Prozent/12 Prozent
- Bündnis 90/Die Grünen – 6,3 Prozent/5 Prozent
- BSW – nur für 2026: 4 Prozent
- FDP: 5,8 Prozent/3 Prozent

Berlin
In der Hauptstadt sorgt federführend die Partei des Noch-CDU-Bürgermeisters Kai Wegner für regelmäßige, negative Schlagzeilen. Aus der letzten notwendigen Wiederholung der Abgeordnetenhauswahl im Jahr 2023 war die CDU mit 28,2 Prozent als stärkste Kraft hervorgegangen. Die aktuellen Vergleichsergebnisse für Berlin lauten:
- AfD – 2021: 9,1 Prozent / 2026: 16 Prozent
- CDU – 28,2 Prozent/20 Prozent
- SPD – 18,4 Prozent/12 Prozent
- Die Linke – 12,2 Prozent/22 Prozent
- Bündnis 90/Die Grünen – 18,4 Prozent/17 Prozent
- BSW – nur für 2026: 3 Prozent
- FDP: 4,6 Prozent/3 Prozent

In allen drei Bundesländern gilt die sogenannte "Brandmauer", die eine mögliche Konstellation der Zusammenarbeit mit der AfD seitens der etablierten Parteien weiterhin rigoros ausschließt. Wie sich das BSW bei einem möglichen Einzug in eines der drei Landtagsparlamente verhält, ist ungewiss, obwohl eine generelle Bereitschaft, mit der AfD zu kooperieren, von einzelnen BSW-Mitgliedern zumindest nicht kategorisch ausgeschlossen wird.
Hingegen erklärte Amira Mohamed Ali, Co-Vorsitzende des BSW, mehrfach, dass es für sie persönlich "keine Zusammenarbeit und keine Koalition" mit der AfD gebe, "weil die Parteien insbesondere in der Außen-, Europa- und Demokratiepolitik zu weit auseinanderliegen". Sahra Wagenknecht hat die sogenannte Brandmauer gegenüber der AfD wiederholt kritisiert.
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