
Bloomberg: Magyar fordert mehr Rechte für ungarische Minderheit in der Ukraine

Laut der letzten Volkszählung im Jahr 2001 lebten 150.000 ethnische Ungarn in der westukrainischen Region Transkarpatien. Im Dezember 2025 gaben die lokalen Behörden an, dass sie von einer Zahl von 70.000 bis 80.000 Ungarn ausgehen.
Die scheidende ungarische Regierung unter Viktor Orbán hat Kiew mehrfach vorgeworfen, seit 2015 schrittweise die Rechte der ungarischen Minderheit verletzt und eingeschränkt zu haben. Im Jahr 2017 verloren die ethnischen Ungarn ihre weitgehenden Sprachenrechte: Ukrainisch wurde zur einzigen Amts- und Unterrichtssprache ab der Sekundarbildung.
Nun fordert auch der designierte Ministerpräsident Ungarns Péter Magyar mehr Rechte für die ungarische Gemeinschaft in Transkarpatien, bevor Budapest den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine zustimmt. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eigene anonyme Quellen.

Wie es heißt, stelle Magyar die gleichen Bedingungen, die sein Vorgänger Orbán an Kiew gestellt habe. Das Thema sei am Mittwoch bei einem Treffen zwischen Magyar und dem Präsidenten des Europäischen Rates António Costa in Brüssel erörtert worden.
Brüssel dränge Budapest dazu, sich der Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine nicht zu widersetzen, wie es die scheidende Regierung getan habe, berichtet Bloomberg weiter.
Magyars harte Haltung dürfe die Spitzenpolitiker in Kiew und Brüssel enttäuschen, die gehofft hatten, Orbáns Abwahl würde neuen Schwung in den Beitrittsantrag der Ukraine bringen.
Kürzlich erklärte Magyar, er wolle sich im Juni mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij treffen, um die Lage der ungarischen Minderheit in Transkarpatien zu besprechen.
"Es ist an der Zeit, dass die Ukraine die seit mehr als einem Jahrzehnt bestehenden rechtlichen Beschränkungen aufhebt", forderte der Politiker in einem auf der Plattform X veröffentlichten Post.
Die ethnischen Ungarn in der Ukraine müssten Magyar zufolge "alle ihre kulturellen, sprachlichen, administrativen und akademischen Rechte zurückbekommen, damit sie wieder gleichberechtigte und respektierte Bürger der Ukraine werden können".
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